ZEITGEIST.

Ich hab soooooo viele dolle Schuhe, oder Stiefeletten, um genau zu sein. Davon sind nur vier Paar Sneakers, aber die ziehe ich in heavy rotation an. Irgendwann nervt mich meine eigene Einfallslosigkeit, immerhin bin ich vom Fach und weiß, wie Styling geht und wirkt.

Also werden passend zum Outfit die spitzen Pomme d’Or Ankleboots in bicolor mit modisch angeschrägtem Blockabsatz aus der Schrankwand gezerrt. Tja, der Look wirkt plötzlich von heute auf morgen wie von gestern, obwohl die Schuhe aus der aktuellen Kollektion und zeitlos schön sind. 

„Wie kann es sein, dass Mode über Nacht unmodisch wird?“ frage ich mich, vor Allem aus beruflicher Neugier. Dabei geht es nicht um Trendfarben. Auch dass es im ruppigen Berlin fashionmäßig anders abgeht als auf den Champs-Élysée spielt keine große Rolle. Es geht um die grundsätzliche Aussage

Der Zeitgeist ist jung, flexibel, unkompliziert, massentauglich, nachhaltig. Da passen keine je nach Anlass unterschiedlich hohen Absätze, keine raffinierten Schnitte oder sorgfältig kombinierten Accessoires und vielleicht noch das eine oder andere Extra.  Meine Mutter und ihre Freundinnen kleiden sich noch so, was mich immer sehr berührt. 

Ich mach‘s aber anders! Perfektion ist mittlerweile komplett überholt. Wer kann und will  noch stundenlang vor dem Spiegel an der optimalen Kombination arbeiten?  Das passt überhaupt nicht mehr zum Lifestyle. Immerhin ist jetzt alles super easy und bequem, ein Kriterium, was für mich bisher nie eine Rolle gespielt hat. So kann man sich auch noch mal neu erfinden!
Personality shifting ist das neudeutsche Stichwort. Was hat sich bei mir verändert, welcher sozialen Gruppe fühle ich mich zugehörig? Der Wandel passiert, genau wie das Älterwerden, plötzlich und unerwartet von einen Tag auf den anderen. Gut, wenn man das bemerkt und entsprechend reagiert. Dann verstehen auch unsere Mitmenschen, wer wir sind und wofür wir stehen.

Einigermaßen beruhigt steige ich in meine Lieblingsjeans, skinny, knöchellang, used look. Aber – Schock – die sitzt auf der Hüfte! Ich sehe aus wie eine Rockerbraut aus den 70ern! Und dann die ausgefransten Nähte und durchgescheuerten Knie, voll Proll! Das war zwar gestern noch mega cool, geht aber heute garnicht mehr! Also ab zu Levis, back to basics, Jeans in klassisch blauer Waschung, sitzen prima in der Taille, immerhin skinny, das funktioniert dann auf jeden Fall mit Sneakers

Geschafft! Endlich habe ich etwas gefunden, das wirklich für immer gut aussieht. Jedenfalls bis demnächst.
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STRAFF ODER SCHLAFF. ÜBER LEGGINS UND JOGGINGHOSEN.

 

Eigentlich ist Funktionskleidung überhaupt kein Fashionthema. Alle Versuche, diese Kleidungsstücke zu Style zu erklären, sind scheinheilig und gelogen. Streetstyle, Athleisure Wear, Sporty Look, lauter aufgedonnerte Begriffe für Wurstpellen und Bollerbuxen.

In einer Schule, wo man ja für’s Leben lernt, in Rottenburg/Kreis Tübingen wurden jetzt Jogginghosen und Käppis wegen Unangemessenheit im Unterricht verboten. In Freizeitkleidung ist man weniger lernbereit, so die kluge Argumentation. Vermutlich wird durch Herumfläzerei, die durch den Bequemlook befördert wird, die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn unterbrochen.

Dagegen hat eine besorgte Mutter in Notre Dame/Indiana die Leitung der örtlichen Universität gebeten, Leggins an der Lehranstalt zu verbieten. Argument: die aufreizende Kleidung der Studentinnen würde dafür sorgen, dass ihre braven Söhne dem Unterrichtsstoff nicht voll umfänglich folgen können. Kann ja sein, aber sexy Figuren in Leggins ….. in USA?? Da habe ich aber ganz andere Bilder vor Augen, was die Trägerinnen dort betrifft.

Auf einem Flug der United Airlines hat man zwei jungen Frauen den Einstieg verweigert, weil sie in Leggins einchecken wollten. Das überrascht mich jetzt allerdings! Immerhin sind die Amerikaner die Erfinder des konsequenten Freizeitlooks, no matter what.

Jetzt kommen aufregende Neuigkeiten von der New York Fashion Week: ab 2020 ist Schluss mit Schlamp und Schlumpf! Jogginghosen und Leggins sollen endlich wieder dahin verschwinden, wo sie ihre Daseinsberechtigung haben, nämlich – Zitat, frei übersetzt: in die Schränke derer, denen Mode am A**** vorbeigeht. Sofas, Sportstudios und Freudenhäuser sind als klassische Einsatzorte natürlich ausgenommen.

AUF STREIFE.

Was haben Jean-Paul Gaultier, Rudi Dutschke, Freddy Kruger, Picasso und Chucky – die Mörderpuppe gemeinsam, außer, dass sie alle keine Frauen sind? Es sind berühmte Träger von breit gestreiften Pullovern. Was wollen sie uns damit sagen? Ich vermute, das unkonventionelle Image von Matrosen, Häftlingen und Clowns hat dabei als Inspiration gedient, der Wunsch, mit dem Streifenlook irgendwie anders wahrgenommen zu werden, aber ohne groß zu verstören (das trifft auf Freddy und Chucky natürlich nicht zu).

Frauen sind da mal wieder sehr viel differenzierter. Kate Middleton styled sich der Würde ihres Amtes entsprechend dezent im schmal geringelten Shirt, Victoria Beckham trägt eine selbst entworfene Bluse mit unterschiedlich breiten und langen Streifen, Miley Cyrus‘ enge Hose ist punkig breitgestreift und Kim Kardashian trägt die Streifen göttinengleich alle auf einen Punkt im Bereich des Solarplexus zusammenlaufend, sozusagen die Entsprechung für das dritte Auge als Bauchgefühl.

Streifen sind super, auch für die, denen sonst keine Muster stehen. Sie sehen immer fröhlich aus, machen jung, sind niemals spießig, dabei businesstauglich und sportlich. Streifen kommen nicht aus der Mode und sind mit allem kombinierbar, aufregend mit Punkten, beruhigend bei wilden Mustern und Farben. Schwarz-weiß Streifen sind elegant in Kombination mit pink oder gelb. Und sie lenken den Fokus auf Stellen, die nicht betont werden sollen. Niemand guckt auf den dicken Hintern, wenn ein Quersteifen über der Brust verläuft und am besten auch noch einer am Saum, um für zusätzliche Ablenkung zu sorgen.

Querstreifen machen breit und Längsstreifen schlank, so weit bekannt. Und weil das zum modischen Basiswissen gehört, vermutet man hinter jeder Längsstreifenträgerin eine dicke Person. Der Trick: Diagonalstreifen, möglichst vom Saum bis zur gegenüber liegenden Schulter. Das ist nicht nur raffinierter, sondern macht dermaßen groß und schlank, dass bereits ein einziger Streifen ausreichen würde, um diesen Effekt zu erzielen.

Ich trage heute einen Streifenpulli im Freddy-Kruger-Look, wild und gefährlich, passend zum Frauentag. Die nächsten 2000 Jahre sind wir bitte alle auf der Überholspur und warten nicht mehr auf dem Seitenstreifen, bis uns einer abschleppt. Und wir sehen gut dabei aus. Sonst geht die Modepolizei auf Streife!

VON WEGEN PAPPNASE.

Karneval, Fastnacht und die Zwänge der Alltagskostümierung hinter sich lassen. Staune, Welt, welch Superheld*in in mir steckt! Fehlt nur noch das richtige Kostüm. Witzig soll es auf jeden Fall sein. Und originell! Und warm!

Die entsprechenden Abteilungen der Kaufhäuser sind voll mit den immer gleichen Polyesterklamotten, da juckt einem schon beim Angucken das Fell. An die  Schweißausbrüche bei der Polonaise Blankenese gar nicht zu denken. Näää, dat isset nit!“ Überhaupt: Indianer, Geisha, Transe, ist das überhaupt politisch korrekt?

Erschrocken erinnere ich mich an die Karnevalskostümierung meiner Mutter und ihres Damen-Kegelclubs ‚Die flotten Zwölf‘, die sich, lange vor der Zeit Politischer Korrektheit, als Negerinnen verkleidet haben, sozusagen mit Ganzkörper-Blackfacing: schwarzer Gymnastikanzug, Bastrock, schwarz angemaltes Gesicht mit überschminkten roten Lippen und weiß umrandeten Augen, tausend Klimperarmbänder, übergroße Kreolen an den Ohren und Afroperücke mit eingeflochtenem Plastikknochen.

Was soll ich sagen: 1. Preis der Jury beim Kostümwettbewerb. Und ich war damals auch völlig begeistert in meiner jugendlichen Unbekümmertheit.

Wer Spaß an d’r Freud haben will, darf auf keinen Fall geschmacklos auftreten. Die Kostümierung als Selbstmordattentäter mit Sprenggürtel aus Bierdosen erhöht sicher nicht den Flirtfaktor. Frauen lieben es, wenn Männer als Ärzte oder Kapitäne auftreten, Männern gefallen Stewardessen und Krankenschwestern, war kürzlich zu lesen. Na toll, das ist ja nicht viel anders als außerhalb der Karnevalszeit.

Ich hab mich mal im schicken Düsseldorf als drogensüchtige Kammerzofe verkleidet, inspiriert durch Magenta in der Rocky Horror Picture Show: kalkweißes Gesicht, bleiche Lippen, rotes Kajal, dunkle Augenringe, knappes schwarzes Kleid, Laufmaschen, weißes Rüschenschürzchen und Staubwedel. Ständig wurde mir im Rücken das Schürzenband aufgezogen und dann habe ich mich umgedreht…….es war insgesamt für mich ein eher einsamer Abend.

Schaumstoffbäuche und Clownsschuhe sind auch gute Abstandhalter, nur nicht hinter’s Steuer damit. Ach so, geht ja sowieso nicht, wegen Alk.

Vermummung ist übrigens, anders als an den restlichen Tagen des Jahres, zu Karneval erlaubt. Damit kam sogar Markus Söder als Inkarnation von Shrek sympathisch rüber.  Am besten und phantasievollsten macht es allerdings Heidi Klum, die ist Rheinländerin und nimmt den Karneval ernst.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Bis dahin wolle mer se rei lasse.

Bützche, Kamelle, Helau un Alaaf.

BERLIN FASHION WEEK.

Das war’s schon wieder! Neu war das verstärkte Engagement für Diversität, wobei gerade im Fashionbusiness immer schon Platz für alle war, das soll hier mal lobend erwähnt werden. Genderneutrale Mode wurde bei den Shows trotzdem kaum gezeigt, dafür konnte man sich verstärkt an Best-Ager-Models erfreuen. Der Einsatz von Plus Size Models bewegt sich nach wie vor trotz aller Akzeptanz im Promillebereich.

Das hat auch damit zu tun, dass die Körperproportionen bei größeren Größeren meist weniger ausgewogen sind. An eine Größe 0 kann man, wie der Begriff schon nahe legt, alles dranhängen, da fällt es locker und umspielt die Figur. Bereits ab Größe 40 ist mit Bauch, Po und/oder Busen zu rechnen. Das ist im wirklichen Leben bereichernd, erschwert aber die Anfertigung von Kleiderkollektionen, weil jedes Teil extra auf Figur geschneidert werden müsste.

Green Fashion war nach wie vor ein ganz großes Thema, nachhaltige Mode. Ich habe anlässlich der Fashionweek dazu ein Interview gegeben und (vermutlich etwas sehr deutlich) die Meinung vertreten, dass es für Mode keinerlei Einschränkung geben darf. Für Bekleidung ja, da geht es auch eher um Funktion, aber die Kreation von Mode muss frei sein! Mir ist aber klar, dass es viele junge innovative Brands gibt, die sehr phantasievoll mit dem Thema umgehen. Da passiert Neues und darum geht’s!

Was nun die Trends für den Winter 19/20 betrifft, scheinen sich alle Designer*innen ziemlich einig zu sein: gemixt werden weiterhin Materialien, Muster und Styles und das sieht super cool aus. Es gibt, Fransen, Fell und Glitzer, Daunen, großen Schmuck und die Farbe Gelb. So richtig neu ist das alles nicht, aber eben neu gemixt.

Odely Teboul arbeitet jetzt ohne ihre Partnerin von Augustin Teboul und bei ihr hat alles gestimmt: Styles, Models, Show, Locations und Musik. Glückwunsch, das war toll.

Und ganz besonders toll war mein Treffen mit dem androgynen Model  und Stylist Veit Alex Schön. Celebrating diversity, damit die Welt noch schöner, bunter und vielseitiger wird und zur Inspiration für die nächste Fashionweek.

 

 

WEIHNACHTSÜBERRASCHUNG.

Es war einmal vor einigen Jahren im Dezember, da bekam ich den schönen Auftrag, für eine sehr große Tageszeitung die Serie „Weihnachten zu Hause bei den Stars“ zu inszenieren. An sechs Tagen wurde dafür jeweils ein weiblicher Star mit ihrem Lieblingstannenbaum gezeigt, den ich vorher den jeweiligen Wünschen entsprechend dekoriert und die Damen passend dazu gestylt habe. Dass die Fotos alle vor Weihnachten veröffentlicht werden, hat niemanden groß irritiert; da greift wieder die Erkenntnis, dass Weihnachten sowieso eine Phantasie ist.

Fotografiert wurde natürlich nicht bei den Stars zu Hause, sondern in unterschiedlichen Hotelsuiten. Der berühmteste Promi dieser Serie bekam eine riesige Luxussuite in einem der besten Berliner Hotels. Sie erstreckt sich über den größten Teil der oberen Etage, hatte goldene Möbel aus Mahagoni, Kandelaber aus Diamanten, Polsterlandschaften aus Hermelin, Teppiche aus Seide, Vorhänge aus Brokat, einen begehbaren Kamin im Diktatoren-Stil und ist ausschließlich mit einem Sonderfahrstuhl zu erreichen, für den man einen Sonderschlüssel ausgehändigt bekommt. „Wow, so geht es also zu bei Hofe“, dachte ich damals geplättet. € 30.000,- soll die Nacht da kosten, wusste gleich der Visagist zu berichten. Aber wir waren ja tagsüber da.

Hier musste auf jeden Fall ein richtig großer Baum her, natürlich künstlich, damit man ihn beliebig verdichten und erweitern kann. Dazu eine LKW-Ladung Weihnachtsschmuck, auf vielfachen Wunsch der einzelnen Dame mit viel Gold. Ich habe dazu passend ein luxuriöses langes Kleid aus Goldlamée und goldene High-Heels gestylt. Unsere Berühmtheit sollte inmitten von circa 100 – in Worten: hundert – Weihnachtspaketen sitzen und ein winziges Überraschungs-Päckchen öffnen, im Hintergrund der leuchtende Baum und der brennende Kamin. Damit das nicht umgekehrt stattfindet, wurde künstliches Kaminholz eingesetzt und irgendeine flammende Substanz, die wie loderndes Feuer aussieht.

Und die hundert Weihnachtspakete? Die wirft leider kein Weihnachtsmann durch den Kamin, die müssen in Handarbeit gemacht werden, das heißt: ich plus Assistenz packen zwei Tage lang Paketattrappen in den Größen vom Umzugskarton bis zur Streichholzschachtel. Es muss natürlich auch Mal was dreieckiges dabei sein oder was rundes. Dass alles farblich auf geheimnisvolle Weise zusammen passen und trotzdem wie zufällig zusammengewürfelt aussehen sollte, war noch die einfachste Aufgabe.

Irgendwann ging gar nichts mehr: ich konnte kein Papiergeraschel mehr hören und sah in Schleifenbändern nur noch Werkzeuge zur Strangulation. Raschelraschelkinsterknisterraschelraschelknisterknisterraschelraschelknisterknister……..

Gegen Ende des zweiten Tages, es war schon dunkel, klingelte ein Kurier an meiner Ateliertür. „Ich habe ein Päckchen für Sie, frohe Weihnachten!“ Das ist jetzt einfach eins zuviel! Weinend sinke ich in einen Berg aus Geschenkpapier.

Raschelraschelknisterknisterschluchzschluchz……..

Früh am nächsten Morgen wurde in der Hotelsuite aufgebaut; das dauerte genau so lange, wie unser Promi in der Maske sitzt. Die Suite musste zwischendurch noch Mal kurz evakuiert werden, weil durch die flammende Substanz, von der wir natürlich viel zu viel eingesetzt hatten, das Fototeam dem Erstickungstod ausgeliefert war, aber am später Nachmittag war es endlich so weit. Die Prominenz schwebte mit dem wunderbaren Kleid ins Weihnachtszimmer, setzte sich vorsichtig auf den genau gekennzeichneten Platz zwischen den Pakettürmen, der Baum leuchtete, der Kamin brannte nicht. Sie öffnete elegant und gekonnt das kleine Päckchen, in das ich eine Strass-Spinne von Bijou Brigitte für € 7,- gepackt habe und strahlte so überrascht in die Kamera, wie es nur wahre Profis können. In einer halben Stunde war das Motiv im Kasten und es durfte abgebaut werden.

Später war in der sehr großen Tageszeitung neben ihrem Foto folgendes Zitat zu lesen: Diese Brosche von Swarovski hat mir mein kleiner Sohn geschenkt. Er hat eben jetzt schon einen sehr eigenwilligen Geschmack!

Huch, Schrecksekunde! Wenn bei Swarovski jemand mitgelesen hat, gibt’s am Ende noch Ärger.

Nein, alles gut, der Weihnachtspromi hat sich ein paar Weihnachtskugeln mitgenommen und die ganzen Pakete hat das Hotel entsorgt. Danke, danke Ritz Carlton, das muss ich an dieser Stelle mal sagen.

Seitdem habe ich das Thema Weihnachtsdeko in meinem Privatleben auf das allernotwendigste reduziert. Es wird nie wieder so sein, wie es einmal war, nur noch gegen Bezahlung.

Ich wünsche allen glanzvolle Feiertage und ein glückliches, stilvolles Neues Jahr.

Am A**** vorbei.

Warum trägt jemand solche Hosen? Darüber denke ich schon mein halbes Stylingleben nach. Der gängige Begriff Haremshose lässt eigentlich Schöneres vermuten, da passt der deutsche Begriff Pumphose schon sehr viel besser.

Eine naheliegende Erklärung wäre natürlich, dass man nichts auf Äußerlichkeiten gibt und diese Haltung den arglosen Mitmenschen unmissverständlich vor Augen führen möchte. Auf jeden Fall soll die Außenwahrnehmung als mögliches Sexobjekt (weibl. oder männl. ist hier egal) ausgeschlossen werden, soviel ist klar. In beiden Fällen kann man den/die Träger*in beglückwünschen: Ziel erreicht. Sonst fällt mir als Erklärung nur noch ein, dass vielleicht eine Wette verloren wurde.

Was könnte die Entscheidung, sich so auffällig daneben anzuziehen wohl sonst noch beeinflussen? (Den Begriff ‚stylen’ möchte ich  hier nicht verwenden.) Bekleidung soll ja auch Gruppenzugehörigkeit demonstrieren, unabhängig von Trends und Must Haves.

Die größte Gruppe dieser Hosenträger lebt allerdings in den unwegsamen Gebirgsregionen kochendheißer Länder mit Rieseninsekten und bekloppten Religionen, weit weg von jeder modernen Zivilisation. Wer will da ernsthaft verortet werden?

Ich muss mich wohl demnächst mal trauen direkt zu fragen, sonst werde ich es nie erfahren. Ich werde auf jeden Fall berichten, wenn es Erkenntnisse gibt.

In diesem Sinne: hang loose but dress properly. 😊